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23.03.2022

FRIEDEN ist nicht alles, aber ohne FRIEDEN ist alles nichts

Liebe Engagierte in der Jugendarbeit,

Vier Wochen ist es her, dass der Überfall auf die Ukraine begonnen hat. Seitdem herrscht Krieg. In Europa. Das war vor einigen Wochen noch unvorstellbar. Unser Eindruck ist, dass es eine große Welle der Hilfsbereitschaft in Deutschland gibt. Viele Spendensammlungen und private Rettungsaktionen machen das deutlich. Kleiderkammern werden aufgebaut. Es gibt Solidaritätsbekundungen, Demos, Aktionen. Dazu Gedenken, Andacht, Seelsorge, Beratung und Information.

Und mittendrin: Ihr – die Fachkräfte und Träger der Evangelischen Offenen Kinder- und Jugendarbeit!

Zunächst gilt es also DANKE zu sagen! Auf unterschiedlichen Kanälen bekommen wir mit, wie sehr ihr euch vom ersten Tag an einsetzt. Wir sagen Danke, dass Jugendliche bei mit und dank euch ihren Bedarf an Austausch, Gesprächen und Seelsorge decken können. In dieser Aufgabe ist die evangelische Jugendarbeit besonders qualifiziert und wichtig – und das macht ihr gerade wieder einmal deutlich. Wir finden es klasse, dass ihr informiert und einordnen helft; dass ihr sensibilisiert, aufklärt und darauf achtet, dass jetzt kein russisches Feindbild aufgebaut wird, sondern dass ihr euch um Verständigung und Deeskalation bemüht – zum Beispiel dort, wo Angehörige beider Nationen die Offene Tür besuchen. Wir bedanken uns für so viel praktische Hilfsbereitschaft: Sammeln, vermitteln, begleiten, unterstützen, aufnehmen.

Hand in Hand mit Kirchengemeinden, CVJMs, Diakonie und anderen evangelischen Playern ist unglaublich viel Bewegung. Wir wissen, dass die Impulse dazu oft von euch kommen. Es ist toll, dass ihr jetzt da seid für Menschen aus der Ukraine. Aber auch für die jungen Menschen in NRW, die nach zwei Jahren Pandemie und Horrormeldungen über die Klimakatastrophe jetzt auch einen Krieg verarbeiten müssen. Wir möchten euch ermutigen, diesen Weg weiter zu gehen.

Wir haben ein Padlet eingerichtet, das jede*r bearbeiten kann. Ziel ist, gemeinsam Infos und Material zu sammeln. Alles kann schnell gefunden werden. Wir freuen uns über Beteiligung!

https://juenger-westfalen.padlet.org/richter_jubi_elagot/ukraineokja

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a) In der OT der Ev. Jugend in Frömern hat unter der Leitung von Jugendreferentin Zarah Gersdorf am vergangenen Freitag eine spontane Friedensandacht stattgefunden. Mit freundlicher Genehmigung der Projektgruppe teilen wir hier gerne die Texte und Inhalte zu eurer Inspiration. Vielleicht dient es der einen oder anderen Gruppe als Anregung:
Andachtsidee aus Frömern

+ Audiomitschnitt
Fühlt euch frei, euch an den Inhalten und Ideen zu bedienen!

b) Wir rufen euch auf, eure Aktionen und Veranstaltungen und Gedanken zum Krieg unter dem #vieleGesichtervieleSeiten zu posten. Die Social-Media-Wall auf ELAGOT-NRW.de ist eine gute Möglichkeit, das umfangreiche Engagement sichtbar zu machen. Wir wurden schon mehrfach auf der Landesebene lobend darauf angesprochen.

 

c) Jugendarbeit im Angesicht des Krieges

Der Hackhauser Hof bietet ein Online Forum an, um Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen Anregungen zu geben, wie sie den Krieg und die damit verbundenen Probleme in ihrer Jugendarbeit einbinden können.

2 stündige Zoom Termine: Mo, 14.03.22, Mo, 21.03.22, Mo, 28.03.22 jeweils 18.30

weitere Details und Einwahldaten HIER

d) Der WDR zeigt in der Sendung mit der Maus bzw. Ralf Caspers erklärt, wie man mit Kindern über den Krieg sprechen kann.

e) Aufgrund der schrecklichen Ereignisse haben sowohl die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Deutschland (aej-bund), als auch die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe je ein Statement formuliert.
Hier einige Auszüge daraus:
„Unsere Mitglieder in Deutschland rufen wir dazu auf, in ihren Bemühungen um gelingende Partnerschaften im Jugendaustausch mit der Ukraine und mit Russland nicht nachzulassen, sondern ihre Kontakte und ihre Projekte in dieser dramatischen Lage wo immer möglich zu verstärken. Die Zukunft Europas, die Zukunft Russlands und die Zukunft der Ukraine gehört denen, die Frieden stiften.“
Zum vollständigen Statement der aej :

Geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine können sich auch auf die Offene Kinder- und Jugendarbeit in NRW verlassen, hier die Stellungnahme der AGOT NRW.

Empfehlenswert auch der Offene Brief der agj

Es sind – erstens – Programme aufzulegen, um insbesondere Kinder und Jugendliche in der Ukraine unmittelbar zu unterstützen und ihnen Hilfsgüter, aber auch Schutz- und Bildungsangebote zukommen zu lassen. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf ein gewaltfreies Aufwachsen. Dieses wird gegenwärtig in der Ukraine außer Kraft gesetzt und massiv verletzt.
Es sind – zweitens – alle Kinder und Jugendlichen auf der Flucht – insbesondere gegenwärtig junge Menschen aus der Ukraine – in ihren sozialen und psychischen Bedarfen zu begleiten und mit ihnen unbürokratisch sichere Orte ihres Aufenthalts zu schaffen. Familien, die Verwandte aus der Ukraine aufnehmen, sind zu unterstützen.
Es sind – drittens – alle Einrichtungen, in denen junge Menschen leben, gefordert, insbesondere in Schulen und in der Kinder- und Jugendhilfe, mit jungen Menschen die Berichterstattung und Bilder des Krieges zu verarbeiten, ihnen zuzuhören, Dialogbereitschaft zu signalisieren, Gesprächsangebote zu unterbreiten“

Vielleicht könnt Ihr Formulierungen, Gedanken oder Forderungen in Euren Kommunen nutzen.

Koordiniertes Handeln
Die Europäische Union hat beschlossen, junge Menschen aus der Ukraine in Europa einen sicheren Ort zu bieten. Die NRW-Landesverwaltung ist aktuell noch dabei zu klären, wie die Umsetzung in NRW aussehen kann. Wir hören von Initiativen von Jugendzentren und Kirchengemeinden, die sich auf den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze machen und dort angelandete Geflüchtete nach Deutschland holen.
Vor dem Hintergrund, dass das Verfahren der Unterbringung der Geflüchteten in NRW noch nicht geklärt ist, empfiehlt sich im Rahmen von zivilgesellschaftlichen Aktivitäten zur Evakuierung eine Kontaktaufnahme mit der örtlich zuständigen Kommune. So kann verhindert werden, dass die Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Deutschland umverteilt und Familien auseinander gerissen werden müssen. Viele Kommunen bieten Kontaktinformationen auf ihren Webseiten.

Für alles, was nun vor euch liegt, für alles, was ihr tun möchtet, müsst und werdet, seid euch sicher des Segens unseres Gottes.

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